Das Virus verursacht bei Rindern schmerzhafte Knoten in der Haut. Die Tiere reagieren mit Fieber und Fressunlust.

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Lumpy Skin Disease: Was Bauern jetzt wissen müssen

Seit Ende Juni grassiert in Europa eine neue Seuche bei Rindern, die Lumpy Skin Disease (LSD). Aufgrund der vermehrten Fälle in Italien ergreift auch Österreich nun Vorsichtsmaßnahmen.

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Lumpy Skin Disease: Was Bauern jetzt wissen müssen

Der Reigen an Tierseuchen reißt heuer nicht ab. Als hätten Blauzungenkrankheit und Maul- und Klauenseuche nicht genügt, müssen sich insbesondere Rinderhalter nun mit einer weiteren Gefahr für ihre Herden auseinandersetzen, der Lumpy Skin Disease, zu Deutsch Hautknotenkrankheit.

Erster Ausbruch auf Sardinien

Lange Zeit war die Krankheit nur in Afrika weit verbreitet, den ersten Nachweis innerhalb der EU gab es vor zehn Jahren, die Bekämpfung des damaligen Ausbruchs nahm drei Jahre in Anspruch. Nun meldete Italien einen Ausbruch der Lumpy Skin Disease (LSD) in der Lombardei, etwa 175 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Die hochansteckende Rinderkrankheit wurde aus Sardinien mutmaßlich über Tierverkehr eingeschleppt – dort war der erste Fall vier Tage zuvor bestätigt worden. Mittlerweile sind auf der Insel vier weitere Fälle hinzugekommen. In Frankreich wurde beinahe zeitgleich ein Bestand in der Region Savoyen nahe der Grenze zur Schweiz positiv getestet.

Schmerzhafte Knoten

LSD ist eine virale Erkrankung, die vor allem Rinder, aber auch Bisons, Wasserbüffel und wildlebende Wiederkäuer betrifft. Sie wird durch ein Capripoxvirus ausgelöst, das eng mit den Erregern der Schaf- und Ziegenpocken verwandt ist. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, doch der wirtschaftliche Schaden kann enorm sein. Die Krankheit verursacht schmerzhafte Hautknoten am gesamten Körper der Tiere, begleitet von Fieber, geschwollenen Lymphknoten, starkem Speichel- und Tränenfluss, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Die Inkubationszeit beträgt bis zu vier Wochen.

Übertragen wird LSD vor allem indirekt durch Bremsen, Fliegen, Gnitzen, Stechmücken und Milben. Eine Ansteckung ist aber auch durch direkten Kontakt, infiziertes Sperma, unbehandelte Tierhäute und Felle und deren Produkte (etwa Jagdtrophäen) sowie durch Erzeugnisse aus Rohmilch, rohem Fleisch oder Kolostrum möglich. Der Einsatz von Repellentien wird von Tierärzten zur Vorbeugung empfohlen.

Verhalten bei LSD-Verdacht

Stand Dienstag ist in Österreich noch kein Lumpy-Skin-Fall dokumentiert. Tierhalter sind verpflichtet, jeden LSD-Verdacht umgehend beim zuständigen Amtstierarzt zu melden. Dieser prüft und bestätigt im Ernstfall die Diagnose. In weiterer Folge wird der Betrieb gesperrt, Proben werden gezogen und durch das nationale Referenzlabor der AGES untersucht. Währenddessen dürfen keine empfänglichen Tiere ein- oder ausgestallt werden. Bei einem bestätigten Ausbruch folgen strenge Maßnahmen wie die Keulung des betroffenen Bestandes und die Errichtung von Schutz- und Überwachungszonen im 20- beziehungsweise 50-Kilometer-Radius. (20 km Schutz- und 50 km Überwachungszone) sowie Handelseinschränkungen.

Verordnung in Kraft

Am Dienstag hat das für Tierseuchen zuständige Sozialministerium außerdem per Verordnung verschärfte Auflagen für den Import von Schlachtvieh aus Italien und Frankreich verhängt. Demnach sind Einfuhren aus errichteten Überwachungszonen gänzlich verboten. Schlachtbetriebe, die Tiere aus Italien oder Frankreich schlachten, müssen diese getrennt in Quarantäne aufstallen. Die Tiere sind in separaten Partien zu schlachten und alle dazu notwendigen Einrichtungen danach zu desinfizieren. Die Schlachthofbetreiber sind zur Dokumentation und Übermittlung an die Behörden verpflichtet. Auch Transportunternehmen, die aus Italien oder Frankreich Vieh einführen, müssen dies dokumentieren, ihre Fahrzeuge nach Entladung desinfizieren und schließlich „ohne Zwischenstopp“ in ihr Herkunftsland zurückkehren.

Wie auch bei der Maul- und Klauenseuche erfolgen alle Schritte des Sozialministeriums in enger Abstimmung mit dem Agrarressort. Die Lage und Erwägung weiterer Schutzmaßnahmen werde laufend in einem Krisenstab evaluiert, teilt man der BauernZeitung auf Nachfrage mit.

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