Die Erwartungshaltungen an Nahrungsmittel sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von Leistbarkeit über die umweltschonende Produktion bis hin zu einer hohen Qualität, führte Siegrid Steinkellner von der Universität für Bodenkultur aus. Die Bevölkerung habe neben hohen Erwartungen auch ernstzunehmende Sorgen. Die Angst vor Pflanzenschutzmitteln hat in Österreich sogar zugenommen. Diesem Befund stellte Steinkellner klare Fakten entgegen: „Ja, der Einsatz von Pflanzenschutzmittel weltweit ist gestiegen und wird noch weiter steigen, aber nicht in Europa. In Österreich ist die Anwendung in den letzten Jahren gesunken.“
Der Fokus der aktuellen Forschung liege auf der Reduktion von chemischen Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitigem Hochhalten aller anderen Qualitätsparameter und der Erntemengen. In der Diskussion über die Themen Glyphosat und biologische Landwirtschaft wurde ersichtlich, dass die Diskussion in Medien und Gesellschaft enorm von der stärkeren Einbindung wissenschaftlicher Fakten profitieren würde.
Bioaktive Pflanzenstoffe
Ein anderes Forschungsfeld präsentierte Julian Weghuber: An der FH Oberösterreich wird intensiv an sekundären Pflanzenstoffen wie Bitterstoffen geforscht. Sie könnten bei der Prävention von Diabetes, Verdauungsproblemen, Übergewicht und Krebs helfen. Neben der Identifikation ist auch die richtige Verarbeitung, etwa durch Fermentation, entscheidend. „Unser Gesundheitssystem braucht einen neuen Fokus auf Prävention, um Lebensqualität zu erhöhen und Kosten zu sparen“, so Weghuber.
Neue Gentechnik
Die neue Gentechnik und ihre Werkzeuge wie die Genschere stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Boku-Professorin Eva Stöger: „Wir stehen vor der großen Herausforderung, die Nahrungsmittelversorgung weltweit zu steigern – bei gleichzeitiger Reduktion von Ackerfläche, Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Da sollten neue, verbesserte Methoden der Züchtung doch willkommen sein, denkt man. Gleichzeitig herrscht in Österreich eine große Skepsis vor der sogenannten neuen Gentechnik. Fakt ist: Mit der Genschere und der vorhandenen Genomeditierung können wir viel gezielter und schneller die gewünschten Änderungen herbeiführen. Sie ist kein Allheilmittel, bringt den wichtigen Bereich der Pflanzenzüchtung aber schneller voran.“ Bereits erprobte Anwendungen der neuen Technik sind beispielsweise die erhöhte Resistenz gegenüber Mehltau bei Getreide. Noch stärker im Alltag sichtbar sind Obstsorten, die nicht oder kaum braun werden.
Fakten durch Forschung
„Es braucht einen faktenorientierten Blick auf diese Themen, um auf Ängste und Sorgen in der Bevölkerung einzugehen. Nur dann kann Forschung auch weiterhin eine nachhaltige Landwirtschaft und eine gesunde Nahrungsmittelversorgung garantieren“, betonte Landtagspräsident Max Hiegelsberger.
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