Versuchsstall mit Schweinen

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Umbaulösungen für bestehende Schweineställe

Beim Fachtag Schweinehaltung des Ökosozialen Forums in St. Florian wurden die Ergebnisse des IBeSt-Projekts erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Beim Projekt „IBeSt“ (Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine) stand nicht der Neubau, sondern die praxisnahe Weiterentwicklung bestehender Ställe im Fokus. Über vier Jahre wurden in 15 Praxisbetrieben sowie im Forschungsstall Raumberg-Gumpenstein unterschiedliche Umbauvarianten getestet – mit klaren Ergebnissen für Umwelt, Tier und Wirtschaft.

Ein zentrales Ergebnis betrifft die Emissionen. Weder bei Ammoniak noch bei Geruch zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen umgebauten und herkömmlichen Buchten. Entscheidender ist die Fütterung: Dreiphasige Fütterung führte zu deutlich niedrigeren Emissionen als die in der Literatur häufig angesetzte Einphasenmast. Die gemessenen Ammoniakwerte lagen teils nur bei einem Drittel bis zur Hälfte der gängigen Referenzwerte, ebenso die Geruchsemissionen. Damit sind Umbauten aus Sicht von Genehmigungen und Anrainerfragen unproblematisch.

Auch beim Feinstaub ergaben sich keine generellen Mehrbelastungen. Trockenfütterung führte zu höheren Staubwerten als Flüssigfütterung, und eingestreute Buchten wiesen die höchsten Partikelzahlen auf. Insgesamt lagen die Emissionsfaktoren aber auch hier deutlich unter den bislang verwendeten Richtwerten. Projektleiterin Birgit Heidinger regt daher an, diese Faktoren künftig zu überprüfen und Flüssigfütterung als staubmindernde Maßnahme stärker zu berücksichtigen.

Mehrkosten mit Spielraum

Wirtschaftlich zeigen sich klare Mehrkosten, allerdings mit enormer Streuung zwischen den Betrieben. In der Mast lagen die zusätzlichen Kosten – je nach Betrieb – zwischen 1,5 und 62 Euro pro Mastplatz und Jahr, im Mittel bei etwa 32 Euro pro Mastplatz bzw. 10 Euro pro Mastschwein. Haupttreiber waren geringere Belegung, Umbaukosten und zusätzlicher Arbeitsaufwand.

In der Ferkelaufzucht fielen die Mehrkosten noch deutlicher aus: durchschnittlich 71 Euro pro Aufzuchtplatz bzw. 15 Euro pro Ferkel. Hier wirkte sich vor allem der größere Flächenbedarf stark aus, da viele Betriebe mehr Platz angeboten hatten als technisch notwendig.

Die gute Nachricht: Ein erheblicher Teil dieser Mehrkosten ist vermeidbar. Würde exakt auf die Zielwerte von 0,8 m² in der Mast und 0,4 m² in der Aufzucht umgebaut, könnten die Mehrkosten in der Mast um 27 Euro pro Mastplatz und in der Aufzucht um mehr als 30 Euro pro Aufzuchtplatz sinken. Das zeigt, wie wichtig präzise Planung und maßvolle Umsetzung sind.