Faschingskrapfen

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Faschingskrapfen: Woher stammen die Zutaten?

Wenn Österreich am Faschingsdienstag zu Krapfen greift, denkt kaum jemand über deren Herkunft nach. Doch was süß und unschuldig wirkt, hat oft eine unbekannte Geschichte.

Am Faschingsdienstag erreicht der Krapfenkonsum in Österreich traditionell seinen Höhepunkt. Doch kaum jemand weiß, woher die Zutaten für das beliebte Germgebäck stammen. Weil Krapfen zu den verarbeiteten Lebensmitteln zählen, ist die Herkunft der einzelnen Bestandteile nicht verpflichtend anzugeben. Das ist ein Umstand, der bewusste Kaufentscheidungen erschwert, wie der Verein Land schafft Leben betont.

Ob klassisch mit Marillenmarmelade oder gefüllt mit Nougat, Vanillecreme oder Powidl, die Auswahl an Krapfen ist groß. Für viele Konsumentinnen und Konsumenten spielen Geschmack, Optik und Preis die Hauptrolle. Doch auch die Herkunft der Zutaten könnte entscheidend sein. „So wie der Krapfen untrennbar mit dem Fasching verbunden ist, sollte er auch mit Transparenz in Verbindung stehen“, sagt Land schafft Leben-Gründer Hannes Royer. „Bislang gibt es keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Produkten. Wer zu österreichischen Zutaten greifen will, muss auf freiwillige Angaben auf der Verpackung achten.“

AMA-Gütesiegel schafft Orientierung

Orientierung bietet etwa das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel, das auch für Faschingskrapfen vergeben wird. Es kennzeichnet Backwaren, die aus österreichischem Getreide hergestellt wurden. Zudem gelten klare Vorgaben: Eier müssen aus Österreich stammen, Palmöl ist tabu, und falls die Marillenmarmelade nicht heimisch ist, muss das ausdrücklich vermerkt werden. Einzig beim Zucker bleibt die Herkunft offen.

Käfigeier im Krapfen?

Während Käfighaltung in Österreich seit 2020 verboten ist, bleibt der Import von Käfigeiern erlaubt. Weltweit stammen über 80Prozent der Eier aus Käfighaltung, innerhalb der EU leben noch rund 40Prozent der Legehennen in sogenannten ausgestalteten Käfigen. Aus Kostengründen greifen Hersteller verarbeiteter Produkte wie Nudeln, Mayonnaise oder Krapfen oft auf importierte Käfigeier zurück, meist in Form von Eipulver oder Flüssigei. Beim frischen Ei im Supermarkt sehen wir auf einen Blick, wie die Tiere gehalten werden“, so Royer. „Im Faschingskrapfen können sich aber Käfigeier verstecken und wir unterstützen unbewusst etwas, das wir gar nicht wollen.“

Regionale Zutaten oft ungenutzt

Auch bei Mehl, Zucker und Marillenmarmelade bleibt die Herkunft meist undurchsichtig. Dabei hätte Österreich einiges zu bieten: Mit einem Selbstversorgungsgrad von 88Prozent ist heimisches Weizenmehl von hervorragender Qualität. Beim Zucker könnten die heimischen Mengen theoretisch den gesamten Bedarf decken, dennoch wird viel importiert und exportiert. Und auch bei der Marille, die eng mit Regionen wie der Wachau und dem Weinviertel verbunden ist, greifen viele Hersteller auf importierte Früchte zurück.