Erbsenfeld

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Eiweißwunder aus dem Acker: Warum Hülsenfrüchte Zukunft haben

Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, erleben in Österreich derzeit ein deutliches Comeback. Ob Erbsen, Bohnen, Linsen oder Soja: Sie gelten als Schlüsselbaustein für eine klimafitte Landwirtschaft und nachhaltige Ernährung. Moderne Züchtungsprogramme entwickeln Sorten, die an den mitteleuropäischen Standort angepasst sind, mit Hitze und Trockenheit besser umgehen und trotzdem stabile Erträge sowie hohe Proteinqualität liefern. Neben der Widerstandsfähigkeit stehen auch eine verbesserte Standfestigkeit, Resistenz gegen Krankheiten und eine gute Verdaulichkeit im Fokus der Forschung.

Im praktischen Anbau überzeugen Körnerleguminosen durch ihre besonderen Eigenschaften: Ihre Wurzeln leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden. Je nach Art verbleiben davon 30 bis 70 Kilogramm pro Hektar im Boden, ein natürlicher Nährstoffvorrat, der die nachfolgenden Kulturen versorgt und den Einsatz von Mineraldünger deutlich verringert. Durch ihr tiefes Wurzelwerk verbessern Hülsenfrüchte außerdem die Bodenstruktur, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit und fördern das Bodenleben. Untersuchungen belegen, dass Winterweizen nach Ackerbohnen im Schnitt bis zu 15 Prozent höhere Erträge erzielt.

Proteine made in Austria

Auch ökonomisch gewinnen Leguminosen an Gewicht. Mit rund 85.600 Hektar Anbaufläche ist Österreich mittlerweile der viertgrößte Sojaproduzent innerhalb der Europäischen Union. Rund 40 Prozent dieser Sojaflächen werden biologisch bewirtschaftet - ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Hinzu kommt, dass Österreichs Landwirte und Verarbeitungsbetriebe führend in der Produktion gentechnikfreier Lebensmittelsoja sind. Die heimische Pflanzenzüchtung trägt wesentlich zu dieser Entwicklung bei, etwa durch die Entwicklung von Winterformen der Ackerbohne. Diese umgehen sommerliche Hitzephasen und ermöglichen stabile Erträge bei gleichzeitig hoher Produktqualität.

Wie groß die Bedeutung von Hülsenfrüchten mittlerweile ist, zeigt auch der 10. Februar: Die Vereinten Nationen haben ihn zum Internationalen Tag der Hülsenfrüchte erklärt, als Zeichen für ihren Beitrag zu nachhaltiger Ernährung und gesunden Böden.