Bäuerliche Hausmittel gegen Erkältung

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, treten Schnupfen, Halsweh und Husten vermehrt auf. Viele Bäuerinnen setzen in dieser Zeit auf einfache Hausmittel, die sich im Alltag bewährt haben.

Erkältung

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Für viele gehört die Erkältungszeit genauso zum Winter wie Futter einfahren und Holz hacken. Hausmittel aus bäuerlicher Hand haben hier seit Generationen ihren Platz im Alltag. Sie versprechen keine Wunder, können aber das Immunsystem stärken, Beschwerden lindern und so die Zeit einer Erkältung erträglicher machen. Bei diesen Hausmitteln geht es vor allem um praktische, leicht verfügbare Zutaten aus Küche, Garten oder Obstgarten.

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Kamille beruhigt vor allem die Schleimhäute.

Das Immunsystem stärken – vorbeugend und bei ersten Anzeichen

Ein starkes Immunsystem ist die erste Verteidigungslinie gegen virale Infekte im Winter. Neben einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft, die auch laut Gesundheitsexperten die Abwehrkräfte unterstützen, greifen bäuerliche Hausmittel oft auf vitamin- und sekundärstoffreiche Lebensmittel zurück. Die Vorbeugung ist der erste Schritt, um Erkältungen zu vermeiden oder ihren Verlauf abzumildern. Bäuerinnen und Bauern können dabei auf heimische Produkte zurückgreifen, die für alle Altersgruppen geeignet sind.

•         Äpfel und Birnen: Enthalten Polyphenole und Ballaststoffe, die die Darmflora stabilisieren, ein wichtiger Faktor für ein starkes Immunsystem. Sie können roh, als Apfelmus oder im Kuchen verarbeitet werden, wodurch sie vielseitig im Alltag eingesetzt werden können.

•         Hagebutten aus dem eigenen Garten: Reich an Vitamin C, Flavonoiden und sekundären Pflanzenstoffen. Diese Inhaltsstoffe fördern die Produktion von weißen Blutkörperchen, die Viren und Bakterien bekämpfen. Hagebutten können als Tee, Mus oder Sirup eingesetzt werden.

 •        Nüsse aus heimischem Anbau: Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln (regional gezüchtet) enthalten Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren, die die Abwehrkräfte unterstützen.

•         Frisches Wintergemüse wie Kohl, Karotten oder Pastinaken: Diese liefern Vitamin A, Vitamin C und Beta-Carotin, die antioxidativ wirken und die Schleimhäute schützen. Kohlblätter lassen sich zum Beispiel als Wickel bei Brust- oder Kopfweh anwenden, während Karotten und Pastinaken in Suppen oder Tees verarbeitet werden.

Neben der Ernährung sind regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ausreichender Schlaf entscheidend, um das Immunsystem fit zu halten.

Hausmittel auf einen Blick

·       Zur Stärkung des Immunsystems (stark bis unterstützend): Hagebutten, heimisches Obst wie Äpfel und Birnen sowie Wintergemüse liefern Vitamin C, Beta-Carotin und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Inhaltsstoffe unterstützen die körpereigene Abwehr, schützen die Schleimhäute und eignen sich besonders zur Vorbeugung und begleitenden Unterstützung bei Erkältungen.

·       Bei Husten und Atemwegsbeschwerden (stark): Thymian, Honig und warme Suppen wirken schleimlösend, beruhigen die Atemwege und lindern Hustenreiz. Die enthaltenen ätherischen Öle und natürlichen Zuckerstoffe entfalten eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung.

·       Bei Halsweh und Entzündungen im Rachenraum (stark): Salbei und Kamille wirken durch Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide entzündungshemmend und beruhigend. Sie eignen sich sowohl zum Trinken als auch zum Gurgeln oder Inhalieren.

·       Bei Schnupfen und beginnender Erkältung (gut wirksam): Zwiebeln und Knoblauch enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die antibakteriell wirken und die Durchblutung anregen. Sie werden innerlich, als Suppe oder äußerlich in Form von Wickeln oder Zwiebelsocken eingesetzt.

·       Zur Wärmeregulierung und Durchblutungsförderung (gut unterstützend): Senfmehl-Fußbäder, Erdäpfelwickel und andere Wärmeanwendungen fördern die Durchblutung, wärmen den Körper und helfen besonders bei Frösteln oder ersten Erkältungsanzeichen.

Zur äußeren Linderung und Beruhigung (unterstützend): Topfenwickel aus regionaler Milch wirken abschwellend, kühlend oder leicht wärmend und werden bei Hals-, Brust- oder Kopfbeschwerden eingesetzt

Vielseitigkeit der heimischen Kräuter

Oft werden Kräuter als Zusatz oder Deko bei diversen Speisen verwendet. Doch die meisten beinhalten sehr gesunde Inhaltsstoffe. Thymian enthält ätherische Öle wie Thymol, die antibakteriell wirken und leicht entzündungshemmend sind. Thymiantee lindert Husten und kann zudem als Dampfinhalation genutzt werden, um die Atemwege zu befreien. Ein weiterer Klassiker ist Salbei. Dieser enthält wiederum wasserlösliche Saponine (natürliche, sekundäre Pflanzenstoffe), Gerbstoffe und ätherische Öle, die entzündungshemmend wirken und Schleimhäute beruhigen. Der sogenannte Salbeitee wird bei Halskratzen vielfach auch als Gurgellösung verwendet. Der Salbei kann aber auch äußerlich auf Hals und Brust über Nacht aufgelegt werden. Ein absolutes Multitalent ist die Kamille. Sie enthält ätherische Öle, Flavonoide (für Blütenfarbstoff verantwortlich) und Bisabolol (farbloser, zähflüssiger Alkohol), die antimikrobiell wirken und zusätzlich auch Schleimhäute beruhigen. Kamillentee oder -inhalationen werden meist bei Hals- oder Bauchschmerzen eingesetzt. Was viele nicht wissen ist, dass man die Kamille auch in warme Wickel geben kann. Ihre Wirkung wird dadurch um einiges verstärkt. Die Wickel legt man idealerweise auf den Bauch, darüber ein trockenes Zwischentuch und schlussendlich einen Wollschal darüber zur Fixierung und Wärmeisolierung.

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Thymian wirkt antibakteriell und leicht entzündungshemmend.

Bewährte Helfer aus der Küche

Zwiebeln und Knoblauch dienen ebenso als klassische Hausmittel gegen Erkältung. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die antibakteriell wirken und die Schleimhäute stimulieren, wodurch der Abtransport von Viren erleichtert wird. Sie können roh gegessen, zu Zwiebelsuppen verarbeitet oder als Zwiebelsocken am Fuß getragen werden, um die Durchblutung zu fördern. Knoblauch enthält den Wirkstoff Allicin, der antibakteriell und antiviral wirkt. Frisch verzehrt oder in warmen Gerichten eingesetzt, stärkt Knoblauch das Immunsystem und kann sowohl vorbeugend als auch bei leichten Erkältungen eingesetzt werden. Dass Honig bei Erkältungen hilft ist kein Geheimnis. Er wirkt schleimlösend, antibakteriell und beruhigend. Honig kann pur, in Tee oder warmer Milch verwendet werden und lindert besonders abends den Hustenreiz, sodass Schlaf und Erholung erleichtert werden. Ein Geheimtipp ist allerdings Topfen aus regionaler Milch. Dieser eignet sich hervorragend für Wickel und Auflagen. Topfenwickel können sowohl kalt als auch warm auf Brust, Hals oder Stirn aufgelegt werden, lindern Schmerzen, wirken abschwellend und beruhigen gereizte Schleimhäute. Für einige unbekannt dürfte wohl auch der Einsatz von Senfmehl sein. Fußbäder mit diesem fördern die Durchblutung, wärmen den Körper und stärken das Wohlbefinden bei beginnendem Schnupfen oder Frösteln. Eine ähnliche Wirkung zeigt sich auch bei heißen Erdäpfelwickel. Auch diese können auf Brust oder Rücken gelegt werden, um die Durchblutung anzuregen, die Muskulatur zu entspannen und die Atemwege zu unterstützen.

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Zwiebeln und Knoblauch wirken antibakteriell wirken und regen die Durchblutung an.

Hausmittel ersetzen keinen Arzt

Zwar wirken die Hausmittel unterstützend, können aber medizinische Behandlungen bei schweren Erkältungen, hohem Fieber oder Atemnot nicht ersetzen. In Kombination mit gesunder Ernährung, Bewegung und ausreichend Ruhepausen tragen sie jedoch dazu bei, die Wintermonate auf dem Hof gesünder und angenehmer zu gestalten.