Bio auf den Festtagstisch

Thomas Weber

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Es ist die größte unabhängige Werbekampagne für Bioprodukte aus Österreich, die es bislang gegeben hat. 2,7 Millionen Euro Kampagnenbudget investiert die AMA-Marketing 2025 und 2026, um den Österreicherinnen und Österreichern heimische Bioerzeugnisse schmackhaft zu machen. Der Kern der Werbebotschaft liegt auf jenen Werten, die – abgefragterweise – der Mitte der Gesellschaft wichtig sind: Regionalität, Natürlichkeit, Kontrolle. Genau jene Eigenschaften, mit denen Bio besonders punkten kann.

Neu ist auch die Stoßrichtung der Biowerbung. Die treuen Käuferschichten, denen die Biobewegung das Wachstum der vergangenen Jahrzehnte verdankt, werden natürlich abgedeckt. Besonders widmet man sich aber dem Potenzial, das Bio erreichen kann. Jenen 1,3 Millionen Menschen der sogenannten „adaptiv-pragmatischen Mitte“, die oft bereits gelegentlich zu Bioprodukten greifen, aber nicht immer aus Überzeugung und selten konsequent, wie AMA-Marktforscher Michael Scheuch-Schmid Anfang Dezember auf der „Bio-Enquete“ an der Boku erklärte. Eine interessante Einschätzung lieferte dort auch Andreas Steidl, der Geschäftsführer von Ja! Natürlich (Billa, Adeg, Sutterlüty). „Bio ist längst keine Nische mehr. Das Biosegment ist von allen Segmenten das stabilste“, sagte der Manager. Bei frischem Brot und Gebäck liege der Bioanteil bei Billa mittlerweile bei über 50 Prozent. Das hat zweifellos auch damit zu tun, dass es manches Gebäck bei Billa überhaupt nur noch in Bioqualität gibt. Damit Bio weiter stabil wachsen kann, sollten auch die Produzenten selbst bei ihrem Einkauf Bio den Vorzug geben. Das ist – wie ich auf Höfen immer wieder sehe – nicht selbstverständlich. Ein guter Anlass für ein feierliches Biomahl steht unmittelbar bevor: Wein, Bier, Weihnachtskarpfen, Festtagsbraten und Fonduekäse, all das ist in österreichischer Bioqualität verfügbar.