Allianz bei Strauss-Klängen

Porträt Clemens Wieltsch

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Das Neujahrskonzert gehört hierzulande zum Jahreswechsel wie der Sekt und die Glücksbringer. Heuer hatte die Traditionsveranstaltung der Wiener Philharmoniker auch eine agrarpolitische Komponente. Auf Einladung von Agrarminister Norbert Totschnig fand sich nämlich sein spanischer Amtskollege Luis Planas im Wiener Musikverein ein. Gemeinsam wurde aber nicht nur den Klängen aus der Walzer-Zeit gelauscht. Ministeriumsangaben zufolge stand auch ein Arbeitsgespräch auf der Tagesordnung. Erfreulich: In puncto künftige GAP dürften Planas und Totschnig an einem Strang ziehen und von den gegenwärtigen Vorschlägen der EU-Kommission herzlich wenig halten.

Sicherlich werden die Herren das umstrittene Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten auch diskutiert haben. Der sozialdemokratische Minister aus Madrid vertritt hier allerdings eine völlig andere Position als die österreichische. Planas sah in dem Handelsdeal im Herbst eine „große Chance für den heimischen Agrar- und Ernährungssektor“. Für spanische Verhältnisse mag das zutreffen. Das Land ist bekanntlich mit einer Produktion von zuletzt mehr als 53 Milionen Schlachtschweinen Branchenprimus in der EU. Planas selbst bezeichnete den Sektor vor geraumer Zeit als „tragende Säule des Exports“. Und „seine“ spanischen Produzenten würden – nach einem etwaigen Abschluss des Abkommens – billigeres Eiweißfutter aus Übersee vermutlich mehr als begrüßen. Die übrigen Auswirkungen geraten da wohl schnell in Vergessenheit. Daran konnte selbst der altehrwürdige Radetzky-Marsch nichts ändern.