Der Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer, Josef Hechenberger, übt scharfe Kritik: Milch und Milchprodukte werde immer öfter als Lockware missbraucht, während bäuerliche Familienbetriebe mit massiv steigenden Kosten und sinkenden Erzeugerpreisen kämpfen. Aktuelle Aktionen, bei denen Milch zu Preisen von unter einem Euro pro Liter angeboten wird, würden diese Schieflage weiter verschärfen. Aktuell wirbt der Handelsriese Lidl auch in Tiroler Filialen mit deutscher Milch um 79 Cent.
In einem Video, das seit Montag in den sozialen Medien kursiert, macht Josef Hechenberger vor einer Innsbrucker Filiale einer internationalen Diskontkette deutlich, welche Folgen diese Preispolitik für Tirol hat: „Unsere Milchbauern sollen mit Billigstmilch aus dem Ausland konkurrieren. Das ist ein Hungerlohn für unsere Bauern – und völlig realitätsfremd.“
Gerade im Berggebiet werde unter schwierigsten Bedingungen produziert, betont Hechenberger. Steile Flächen, kurze Vegetationsperioden und hohe Auflagen seien Alltag für Tirols Bauernfamilien. „Diese Arbeit hat einen Wert. Wer höchste Qualität, gepflegte Kulturlandschaft und regionale Versorgung will, muss akzeptieren, dass Lebensmittel fair bezahlt werden“, so der LK-Präsident.
Besonders problematisch sei, dass der Preisdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach unten weitergereicht werde. Während internationale Konzerne und Handelsketten ihre Margen absichern, bleibe für die bäuerlichen Betriebe immer weniger übrig. Handelsketten wie Lidl würden mit aggressiven Rabattaktionen ein System befeuern, das langfristig die heimische Produktion gefährde.
Hechenberger warnt eindringlich vor den Konsequenzen: „Wenn unsere Bauern aufgeben müssen, verlieren wir nicht nur unsere Alm- und Berglandwirtschaft, sondern auch unsere Kulturlandschaft – und damit eine zentrale Grundlage für den Tourismus in Tirol.“ Abhängigkeiten von internationalen Märkten und Importen würden steigen, während regionale Versorgungssicherheit verloren gehe.
Sein Appell richtet sich klar an Handel und Konsumenten gleichermaßen: Lebensmittel dürften nicht länger zur Ramschware degradiert werden. „Rabattschlachten auf dem Rücken der Bauern sind der falsche Weg. Konsumentinnen und Konsumenten haben es in der Hand, mit bewussten Kaufentscheidungen ein klares Signal für faire Preise und heimische Qualität zu setzen“, so Hechenberger abschließend.
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