Seit mehr als 20 Jahren sind die Tiergesundheitsdienste (TGD) in allen Bundesländern außer Wien stete Begleiter tierhaltender Betriebe. 2023 wurde den acht Landes-TGDs ein Dachverband, die Tiergesundheit Österreich, zur Seite gestellt. Dessen Hauptaufgabe: im Einklang mit dem Tiergesundheitsgesetz zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen beitragen, etwa durch einheitliche Programme bei einzelnen Krankheiten oder Weiterbildungsangebote. Der Verein setzt sich aus Vertretern der Landwirtschaft, der Wirtschaft, der Länder-TGDs sowie der Tierärzte zusammen.
Letztere sind durch die Tierärztekammer vertreten. Noch, könnte man behaupten. Denn die Tierärztekammer informierte vergangene Woche darüber, dass sie aus der TGÖ austritt. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt. Kammer-Pressesprecherin Silvia Stefan-Gromen teilte der BauernZeitung auf Nachfrage nur so viel mit: „Es sind Diskussionen entstanden, die unüberwindbare Hürden mit sich gebracht haben.“ Man sah sich deshalb zu diesem Schritt gezwungen, meinte sie sinngemäß.
Die sachliche Weiterarbeit im TGÖ ist auch weiterhin gewährleistet.
Franz Rauscher
Obmann Tiergesundheit Österreich
TGÖ-Obmann Franz Rauscher teilte schon vergangene Woche mit, dass man den Austritt der Veterinär-Vertreter bedauere. Dieser werde aber erst mit 1. Jänner 2027 schlagend. Mit rechtlichen Auswirkungen auf die Anerkennung des Vereines sei laut Rauscher nicht zu rechnen. „Die sachliche Weiterarbeit im TGÖ an den wichtigen Themen im Nutztierbereich ist auch weiterhin gewährleistet“, betonte er. Alle zur Beendigung der Mitgliedschaft seitens der ÖTK notwendigen Schritte würden in den nächsten Wochen durch die zuständigen Gremien veranlasst.
„Die Arbeit der Tierärzte der Nutztierpraxis, das Verhältnis Tierarzt-Landwirt im Sinne der Tiergesundheit, muss weiterhin an erster Stelle stehen“, appellierte er außerdem. Tatsächlich ist mit keinerlei Auswirkungen auf die alltägliche Arbeit der Tiergesundheitsdienste in den Ländern zu rechnen. „Das hat damit nichts zu tun“, erklärte auch Kammer-Sprecherin Stefan-Gromen.
LK fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch
Das sieht man auch in der LK Österreich so. Präsident Josef Moosbrugger und Generalsekretär Ferdinand Lembacher forderten die Zuständigen per Brief dennoch auf, „an den Verhandlungstisch zurückzukehren“. Geht es nach der LK-Spitze, sollten die kommenden Monate genutzt werden, um „den Beitrag der Tierärzteschaft neu zu definieren“. Ergreifen dürfte die Tierärztekammer die ausgestreckte Hand vorerst aber nicht. Der LK-Vorschlag blieb unkommentiert.
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