Kwizda-Werk in Leobendorf

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100 Jahre Kwizda Agro

Das österreichische Familienunternehmen ist heute einer der führenden Anbieter von Pflanzenschutzlösungen in Europa. Zuletzt hat es vermehrt auf biologische Produkte gesetzt.

Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf das Jahr 1926 zurück. Damals erhielt Richard Kwizda den Generalvertrieb des Saatgutbeizmitttels Abavit B und gründete den Geschäftsbereich Pflanzenschutz. „Unser Anspruch war von Anfang an, Pflanzenschutzlösungen zu schaffen, die unsere Kunden tatsächlich weiterbringen“, sagte Kwizda Agro-Geschäftsführer Ronald Hamedl heute Donnerstag bei einem Pressegespräch. „Diese Vermittlerrolle zwischen wissenschaftlicher Entwicklung, industrieller Umsetzung und Nähe zu den Landwirten prägt Kwizda Agro bis heute.“

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Ronald Hamedl, Geschäftsführer von Kwizda Agro, steht für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens

Neue Wirkstoffe für Österreich

In diesem Bestreben brachte das Unternehmen schon früh internationale Wirkstoffe nach Österreich und begleitete deren Einführung mit eigenem Versuchswesen und Beratung. In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren spielte Kwizda Agro etwa bei der Einführung der Sulfonylharnstoffe eine zentrale Rolle. Mit dem Produkt „Ally“ (1987) konnte die Aufwandmenge im Ackerbau erstmals von mehreren Litern auf wenige Gramm pro Hektar reduziert werden. In diesem Zeitraum (1879 bis 1998) baute Kwizda Agro das Werk Leobendorf in Niederösterreich schrittweise auf. Es entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der technologisch führenden Formulierungszentren Europas.

Internationalisierung

Gleichzeitig konzentrierte sich Kwizda Agro auf neue Märkte. Bereits 1990 – noch vor dem EU-Beitritt Österreichs – begann das Unternehmen mit ersten Aktivitäten in Ungarn. Der Markteintritt erfolgte schrittweise mit eigenen Teams, lokalen Partnerschaften und dem bewussten Aufbau regionaler Beratungskompetenz. Später folgten Rumänien, Italien und Frankreich. Heute ist Kwizda Agro neben Österreich in fünf weiteren europäischen Ländern aktiv und hat seine Aktivitäten zuletzt gezielt auf Nordamerika ausgeweitet.

Weg in Richtung Bio

1993 brachte Kwizda Agro mit den Biocont-Raubmilbenstreifen ihr erstes Bioprodukt auf den Markt und begann ein Standbein im biologischen Pflanzenschutz aufzubauen. 2001 folgte die Registrierung der ersten biologischen Eigenentwicklung, des Wildverbissmittels Trico. International machen laut Hamedl die biologischen Pflanzenschutzmittel aktuell zehn Prozent des Umsatzes von Kwizda Agro aus, in Österreich im „Home- und Gartenbereich“ über 50 Prozent, im landwirtschaftlichen Bereich rund 20 Prozent. Länder wie Ungarn und Rumänien wiederum hätten einen deutlich geringeren Bioanteil.

Biologisierung, Digitalisierung und geografische Expansion sind bei Kwizda Agro eng miteinander verknüpft. „Wenn wir heute auf 100 Jahre Kwizda Agro blicken, dann geht es nicht um das Feiern der Vergangenheit“, sagte Hamedl. „Es geht darum, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und Wachstum so zu gestalten, dass es nachhaltigen Bestand hat.“

Kwizda Agro

-) Jahresumsatz: 250 Mio. Euro
-) 460 Mitarbeiter in Österreich, Deutschland, Italien, Spanien, Ungarn, Rumänien und den USA
-) Wichtige Standorte in Österreich: Leobendorf (Werk, Produktion und Formulierung), Tulln (Forschungslabors), Wien (Firmensitz)
-) Produkte & Services: Pflanzenschutz, -ernährung und Distribution, biologische Eigenprodukte, Auftragsproduktion, Biozide, Schädlingsbekämpfung, Home & Garden, Entwicklung & Technologie
-) Teil der Kwizda Unternehmensgruppe