Johann Schlederer

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Schlederer übergibt das Zepter

Der Chefverhandler der Österreichischen Schweinebörse, Johann Schlederer, wechselt in den Ruhestand. Seine Agenden übernehmen gleich drei Nachfolger.

Mit Ende Jänner 2026 verabschiedete sich Johann Schlederer nach 31 Jahren an der Spitze des Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) sowie der Österreichischen Schweinebörse in den Ruhestand. Geboren am 20. Jänner 1961 in Andorf, Oberösterreich, legte Schlederer 1980 seine Matura an der HLBLA St. Florian ab und schloss 1989 das Diplomstudium der Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien ab. 2010 folgte der Doktortitel.

Seit 1989 prägte Schlederer die österreichische Schweinehaltung maßgeblich. Er entwickelte das Markenprogramm Gustino, das Wegbereiter für das AMA-Gütesiegel wurde, und übernahm 1995 die Geschäftsführung des VLV sowie die Sprecherrolle der Schweinebörse. Besonders während der EU-Beitrittsphase setzte er sich für eine faire Vergütung der Landwirte ein, begleitete die Umstellung auf muskelfleischbasierte Handelsklassen und etablierte den wöchentlichen Notierungspreis für Schlachtschweine als zentrale Orientierung für die Fleischwirtschaft. International vernetzt, war Schlederer in der COPA-COGECA aktiv und holte zuletzt 2025 100 Experten aus 23 Ländern nach Österreich. Zudem wirkte er in der Erstellung des Bundestierschutzgesetzes, bei der Kastenstand-Debatte, während der Corona-Pandemie und bei der Entwicklung zukunftsfähiger Stallböden. 2013 war er Mitbegründer des Vereins Donausoja und ein langjähriger Verfechter des AMA-Gütesiegels.

Seine Nachfolge ruht auf vielen Schultern. Johannes Gangl übernimmt die VLV-Geschäftsführung, Raimund Tschiggerl wird Geschäftsführer und Sprecher der Schweinebörse und Michael Klaffenböck vertritt künftig die heimische Schweinewirtschaft in internationalen Gremien.