Sonnenblumen

Copyright © agrarfoto.com

Ölsonnenblumen-Sorten im Überblick

Sonnenblume ist im Osten Österreichs zur attraktiven Alternative für den Rübenanbau avanciert. Welche Sorten gute Erträge liefern und worauf in der Kulturführung zu achten ist.

Die Sonnenblume hat 2025 sowohl beim Ertrag als auch bei der Anbaufläche deutlich zugelegt. Die Flächenzuwächse sind größtenteils auf die Verringerung der Zuckerrübenanbaufläche in Niederösterreich zurückzuführen. Von 2024 auf 2025 wurde dort ein Flächenanstieg von nahezu 4.000 Hektar und österreichweit von 17 Prozent verzeichnet. Stabile Abnahmepreise machen den Anbau weiterhin attraktiv. Ausschlaggebend dafür ist die weltweit anhaltend hohe Nachfrage nach Pflanzenölen für industrielle Anwendungen sowie die Biodieselproduktion. Zudem haben zuletzt zurückgegangene Exportmengen aus dem Schwarzmeerraum das Preisniveau unterstützt. Der Ertragszuwachs in Österreich ist vor allem auf die im Sommer 2025 ausreichende Wasserversorgung zurückzuführen, insbesondere in den sonst oft trockeneren Regionen Niederösterreichs und des Burgenlandes.

Trotzdem war der Sonnenblumenanbau im Vorjahr mit Herausforderungen konfrontiert. Beim Auflaufen kam es regional zu Fraßschäden durch Hasen und Fasane. Die kühlen Temperaturen im Mai verzögerten die Jugendentwicklung, und aufgrund reichlicher Niederschläge traten vereinzelt Infektionen mit falschem Mehltau auf. Besonders anfällige Sorten konnten dadurch deutliche Ertragseinbußen erleiden. Um falschem Mehltau vorzubeugen, ist eine weite Fruchtfolge zu beachten. Im Verlauf des nassen Sommers wurde vermehrt Botrytis am Korb beobachtet, eine Krankheit, die bei stärkerem Auftreten zu Qualitätseinbußen führen kann und zudem über das Saatgut übertragbar ist. In einzelnen Beständen kam es infolge der Nässe zu Lager, vor allem auf nährstoffreichen Standorten mit starkem Längenwachstum. Vielerorts verzögerte sich dadurch auch die Ernte; frühe Sorten erwiesen sich dabei als Vorteil und gewährleisteten eine sichere Abreife.

Copyright © BauernZeitung

Hochertragreiche Neue

Im Dezember 2025 wurde die Sorte Starfire in die Sortenliste aufgenommen. Da die Sorte bereits 2022 in Rumänien zugelassen wurde, war sie bereits vor der österreichischen Zulassung im Handel erhältlich. Starfire ist in der Reife mittel bis spät eingestuft. Äußerlich reift die Sorte zügig ab; aufgrund des sehr hohen Tausendkorngewichts benötigen die Kerne jedoch teilweise länger, um Feuchtigkeit abzugeben. In der Wertprüfung übertraf der Hybrid im Kornertrag alle mitgeprüften Sorten. Aufgrund des geringen Ölgehalts wurde ­jedoch nicht in allen Fällen der höchste Ölertrag erzielt. Durch das rasche Längenwachstum im Frühjahr bildet Starfire früh einen Reihenschluss, was sich positiv auf die Unkrautunterdrückung auswirkt. Der hohe bis sehr hohe Wuchs geht jedoch mit einer erhöhten Lageranfälligkeit einher. Die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten liegt insgesamt in einem guten Bereich.

Zu den frühesten Sonnenblumen gehört die Express SX®-tolerante Sorte Sumiko. Durch die frühe Reife und überzeugende Standfestigkeit bringt sie sichere Erträge bei hohem bis sehr hohem Ölgehalt. Die Sorte SY Bacardi CLP zeichnet sich durch ausgezeichnete Standfestigkeit aus und verfügt zudem über die Clearfield Plus®-Technologie zur Unkrautbekämpfung. Mit sicherer Abreife in den meisten Anbaugebieten erzielte sie beachtliche Erträge. P64LL155 gehört zu den Sorten mit mittlerer bis später Abreife; durch den hohen Ölgehalt der Kerne übertraf sie Starfire im Ölertrag. Noch etwas später als die zuvor Genannten ist der Hybrid Suman. Er überzeugt durch höchste Ertragspotenziale – sowohl in der gesamten Ernteware als auch im Ölertrag. Gesundheitlich steht der hochwüchsige Hybrid gut da; lediglich die erhöhte Neigung zu Lager und Stängelbruch ist ein Manko. Die sehr spät abreifende Sorte Sureli sollte nur auf passenden Standorten angebaut werden; dort kann sie ausgezeichnete Erträge liefern.

Copyright © BauernZeitung

HO-Sorten

Unter den High‑­Oleic-Sorten (HO) ist P64HH167 die früheste gelistete Sorte und erzielt teils beachtliche Erträge. Die etwas langsamere Jugendentwicklung wird durch eine geringe Lagerneigung ausgeglichen. Die Sorte Tutti wurde 2012 zugelassen und liefert weiterhin gute Erträge bei geringer bis mittlerer Anfälligkeit gegenüber Phoma und Lager. Suliano und Subeo sind ertragsstarke HO-Sorten im späten bis sehr späten Reifesegment. Subeo entwickelt sich in der Jugend etwas schneller, während Suliano über eine bessere Standfestigkeit verfügt.

Die Nachfrage nach High‑­Oleic‑Sonnenblumen bleibt hoch, sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch für technische Anwendungen. Da sie im Ertrag oft nur wenig hinter konventionellen Hybriden zurückbleiben, können Prämien im Vertragsanbau wirtschaftlich attraktiv sein. Wichtig ist, Fremdbestäubung mit konventionellen Sorten zu vermeiden, da sie den Ölsäure­gehalt und damit die Ölqualität verringern kann.