Triticale Herbizid

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Getreideherbizide: Ansprüche kennen, richtig handeln

So wie sich Herbizide in ihrer Selektivität und Wirkungsweise unterscheiden, haben sie auch unterschiedliche Ansprüche an die Witterung bei der Applikation. Ein Überblick über die Wirkstoffgruppen.

Für einen erfolgreichen Pflanzenschutzmitteleinsatz ist nicht nur Kenntnis über den vorhandenen Unkrautbesatz – insbesondere der Problemunkräuter – und deren Wachstumsphase Grundvoraussetzung. Damit Spritzmittel auch ihre volle Wirkung entfalten, sollten Bauern auch über die Witterungsansprüche der einzelnen Herbizide Bescheid wissen, um zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Mittel zu greifen.

Bodenherbizide

Bodenherbizide erzielen die Wirkung namensgemäß über den Boden, also über die Wurzeln, sowie systemisch über die Blätter. Sie wirken nur gegen kleine Unkräuter und bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Durch die Bodenwirkung sind sie allerdings temperaturunabhängiger als andere Wirkstoffe. So sind sie auch bei noch gelegentlichen, leichten Nachtfrösten noch verwendbar. Langanhaltend kühle Witterung mindert allerdings die Wirkung. Meist finden sie ohnehin als Mischungspartner zur Ergänzung des Wirkungsspektrums Verwendung.

Synthetische Auxine

Die synthetischen Auxine (HRAC-Code O, neu: 4) zählen zu den Blattherbiziden. Sie erreichen ihre Wirkung systemisch über die Blätter und teilweise über die Wurzeln. So bringen sie gegen zweikeimblättrige ausdauernde Arten (Ackerdistel, Ackerwinde) und bereits etwas größere Unkräuter bessere Erfolge. Für ausreichende Wirkung sind mindestens zehn bis 15 Grad Celsius Tagestemperatur und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 bis 50 Prozent notwendig. Die Nachttemperaturen sollten nicht unter fünf Grad Celsius fallen. Optimale Wirkung bringt diese Gruppe nur bei wüchsiger Witterung. Zugleich ist aber an äußerst warmen Frühjahrstagen Vorsicht geboten. Durch die Mittagshitze kann es zu Schäden kommen.

ALS-Hemmer

Auch die ALS-Hemmer (HRAC-Code B, neu: 2) wirken systemisch über das Blatt und teils über die Wurzeln. Optimale Ergebnisse liefern sie nur bis zum 2- bis 4-Blatt-Stadium der Unkräuter. Dafür können sie schon ab ein bis fünf Grad Celsius und gelegentlichem Nachtfrost appliziert werden. Bei langen Kälteperioden stößt die Wirkung aber an ihre Grenzen. Anders als bei den synthetischen Auxinen besteht in benachbarten Blattfrüchten keine Gefahr durch Verdunstungsabdrift.

PPO-Hemmer

Ganz anders funktionieren PPO-Hemmer (HRAC-Code E, neu: 14). Sie schädigen die Verunkrautung durch Ätzwirkung am Ort der Benetzung, also nicht systemisch. Idealerweise kommen sie im 2- bis 4-Blattstadium zum Einsatz, meist mit Mischungspartnern. Hinsichtlich Witterung sind sie vergleichbar mit ALS-Hemmern, aber gegenüber systemischen Mitteln generell im Vorteil. Schönwetterperioden mit hoher Strahlungsintensität verbessern das Ergebnis.

ACCase-Hemmer

ACCase-Hemmer (HRAC-Code A, neu: 1) wirken systemisch über die Blätter, allerdings nur gegen Ungräser. Sie benötigen wüchsige Witterung, um ihre Wirkung zu entfalten. Ausnahmen sind Pinoxaden-Produkte, die durch ihre Formulierung witterungsunabhängiger und auch bei unbeständiger, sehr trockener oder sehr warmer Witterung wirken.