Melkzeug am Euter

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Milchmarkt Februar ‘26: Gegengleiche Entwicklungen

Auch im Februar dominiert das üppige Rohstoffangebot den europäischen Milchmarkt. An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten wird immerhin über eine Bodenbildung spekuliert.

Die dieser Tage von der AMA publizierten Marktkennzahlen machen das Ausmaß des Milchpreisverfalls erneut deutlich. Im Jänner bezahlten die hiesigen Molkereien und Sennereien durchschnittlichen 51,53 Cent pro Kilogramm für GVO-freie Rohmilch (im Durchschnitt aller Qualitäten, Milchsorten und Inhaltsstoffe). Damit erhielten Milchbauern im Mittel um 4,58 Cent je Kilogramm gelieferter Milch weniger als im Dezember. Der Preisverfall ist laut AMA auch den teils getätigten Nachzahlungen im Dezember geschuldet. Die AMA schätzt den durchschnittlichen Erzeugermilchpreis im Februar im Mittel auf 48,90 Cent. „Der neuerliche starke Preisrückgang ist damit zu begründen, dass die Molkereien abermals den Auszahlungspreis um 2,5 bis 4 Cent senkten“, teilen die Analysten mit.

Von Mengenrückgang keine Spur

Auch mengenmäßig gäbe es derzeit noch keine Entspannung. Im Jänner wurden von österreichischen Milchverarbeitern insgesamt 314.512 Tonnen Milch übernommen, die gesamte Lieferleistung inklusive Abgaben an Verarbeiter außerhalb der Republik betrug laut AMA 326.249 Tonnen. „Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr haben die heimischen Milchbauern um 6,3 Prozent mehr Milch an Erstankäufer abgeben“, so die Marktbeobachter.

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Selbiges gilt für den deutschen Markt. Zur Monatsmitte zeigte sich auch dort der für die Jahreszeit übliche Mengenanstieg. Die Vorjahresliefermenge wurde mit einem Plus von 5,8 Prozent übertroffen.

Kieler Rohstoffwert dreht

Davon unbeeindruckt drehte der vom Institut für Ernährungswirtschaft, Kiel (ife) auf Basis der Notierungswerte von Butter und Magermilchpulver an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten berechnete Kieler Rohstoffwert im Februar erstmals seit Juni des Vorjahres wieder ins Plus.  Die durchschnittliche Milchverwertung aus dem Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß brachte demnach im Februar 33,9 Cent je Kilogramm Milch (ab Hof 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) ein. Damit legte der ife-Wert um 3,6 Cent oder 11,2 Prozent gegenüber Jänner zu.

„Der Abwärtstrend in der Rohstoffverwertung hat seitdem Monatswechsel ein Ende genommen, insbesondere in der Eiweißverwertung verbesserte sich die Erlössituation“, teilen deutsche Marktkenner dazu mit. Festzuhalten ist allerdings, dass der Rohstoffwert von Jänner 2025 bis 2026 satte 22,6 Cent verloren hatte. Die starken Preisrücknahmen im deutschen Handel haben den dortigen Experten zufolge die Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessert, was insbesondere den Magermilchpulverabsatz ankurbelte. Diese habe sich dynamisch entwickelt, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise. Die Großhandelsnotierungen legten seit Jahresbeginn demnach um gut ein Fünftel zu und erreichten nahezu wieder das Niveau des Vorjahreszeitraums. Zur Einordnung: Magermilchpulver verteuerte sich den ife-Ökonomen zufolge gegenüber Jänner um 33 Cent pro Kilogramm. Weniger lebhaft laufen die deutschen Buttergeschäfte. Dennoch geht man in Kiel auch im März von einer weiteren Stabilisierung des Rohstoffwerts aus.

 Spotmarkt wieder retour

Getrübt wird der Optimismus der Kemptner durch den Spotmarkt. Dort verloren die Kurse für Magermilchkonzentrat wieder etwas. Seit Jahresbeginn war hier eine sukzessive Steigerung zu beobachten gewesen. Wenig Hoffnung auf eine Kehrtwende macht auch ein Blick auf den italienischen Makrt. Die von der Handelskammer in Verona publizierte Tankmilchnotierung war auch im Februar rückläufig. Österreichische Tankmilch (3,6 % Fett) erlöste am Montag frei Molkerei Norditalien demnach allerhöchstens 24,50 Cent pro Kilogramm, ein erneuter Negativrekord der vergangenen fünf Jahre. Im Februar 2025 zahlten die italienischen Milchverarbeiter für österreichischen Rohstoff noch mehr als das Doppelte, nämlich 58,38 Euro pro 100 Liter.

Fazit

Wiewohl sich im internationalen Handel erste Signale eine Stabilisierung abzeichnen, ist hierzulande wohl mit einem weiteren Rückgang der Milchpreise zu rechnen, zumal die ausländischen Notierungen nach wie vor deutlich unter den heimischen Erzeugermilchpreisen liegen. Volle Lager und stabile bis steigende EU-Liefermengen tun da ihr Übriges.