Ältere Menschen bewegen sich in der Natur

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Wie man gesünder altern kann

Was moderne Alternsforschung heute schon möglich macht – und was wir selbst tun können, verrät das Buch „Der Code zum Jungbleiben“.

Altern ist ein biologischer Prozess, der in den Zellen beginnt, später an der Körperoberfläche sichtbar wird und sich im Alltag oft unliebsam bemerkbar macht. Das Buch „Der Code zum Jungbleiben“ von Zellbiologin Corina Madreiter-Sokolowski von der Med Uni Graz und Allgemeinmedizinerin Kristina Hütter-Klepp setzt an dieser Zellalterung an und verbindet aktuelle Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung mit der Praxis aus der Allgemeinmedizin.

Mit den Jahren entstehen in den Zellen kleine „Abnützungserscheinungen“. Das genetische Material wird anfälliger, Eiweiße funktionieren nicht mehr reibungslos, wichtige Zellbestandteile arbeiten weniger zuverlässig. Über viele Jahre summieren sich Veränderungen, Organe verlieren an Leistungs- und Regenerationsfähigkeit und das Risiko für altersbedingte Erkrankungen steigt.

Gesund leben

Die theoretische maximale Lebensspanne liegt bei etwa 120 bis 125 Jahren, entscheidend ist aber, wie gesund diese Jahre sind. Viele Menschen verbringen mehr als 15 Jahre am Ende ihres Lebens mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen. An der Med Uni Graz widmet sich die Forschungsgruppe von Madreiter-Sokolowski in mehreren durch den Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekten der Frage, wie Alterungsprozesse auf zellulärer Ebene beeinflusst werden können. Im Zentrum stehen die Mitochondrien als zentrale Schaltstellen von Energieproduktion, Stoffwechsel und Zellstress.

Im Buch thematisieren Madreiter-Sokolowski und Hütter-Klepp auch Geroprotektiva. Dabei handelt es sich um Substanzen, die nicht nur einzelne Krankheiten behandeln, sondern den Alterungsprozess insgesamt verlangsamen sollen. Die Forschung ist eher noch am Anfang. Von Tausenden untersuchten Molekülen erreicht nur ein sehr kleiner Teil die klinische Erprobung, derzeit ist noch kein Medikament für „Anti-Aging“ zugelassen.

Wichtige Tipps

Daher geht es heute vor allem darum, was wir selbst für ein gesundes Altern tun können, welche zentrale Rolle Ernährung, regelmäßige Bewegung, erholsamer Schlaf, Stressabbau, soziale Kontakte, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen spielen. „Empfehlungen für Frauen und Männer unterscheiden sich in manchen Punkten deutlich“, unterstreicht Allgemeinmedizinerin Kristina Hütter-Klepp.