Käse im Supermarktregal

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Milch: Rekordwerte bei Export und Import

Der milchwirtschaftliche Außenhandel florierte 2025, wie jüngste Zahlen der Statistik Austria belegen. Den Milchverband Österreich freut das nur bedingt.

In den ersten drei Quartalen ist der Exportwert österreichischer Molkereierzeugnisse um 135 Mio. Euro auf gesamt 1,46 Mrd. Euro angestiegen. Im beinahe selben Ausmaß legten auch die Importe zu, konkret um 125 Mio. Euro auf nunmehr 990 Mio. Euro. Laut Angaben des Milchverbandes Österreich (MVÖ), der Interessenvertretung der Milchwirtschaft, in beiden Fällen Rekordwerte. Der Außenhandelssaldo blieb trotz eines „hochkompetitiven Marktes“ mit 467 Mio. Euro weiterhin deutlich positiv.

Wichtigster Exportartikel mit mehr als der Hälfte am wertmäßigen Anteil blieb auch 2025 Käse, gefolgt von flüssigen Milchprodukten und fermentierten Erzeugnissen. Mit gut 60 Prozent dominierte Käse auch bei den Einfuhren, hier gefolgt von Butter und ebenso flüssigen Milchprodukten. Wichtigster Absatzmarkt für heimische Molkereien war mit mehr als 50 Prozent Anteil erneut Deutschland. Die Bundesrepublik liefert im Gegenzug auch einen ebenso hohen Anteil an Molkereiprodukten nach Österreich.

Die österreichische Milchwirtschaft setzt, MVÖ-Angaben zufolge, im Außenhandel auf eine Qualitätsstrategie: Gentechnikfreiheit, hoher Bioanteil und Spezialmilchprodukte, wie Heumilch oder Biowiesenmilch, seien die Zugpferde.

Als Maßnahme gegen eine weitere Zunahme der Importe fordert MVÖ-Chef Helmut Petschar die Einführung einer breiten Herkunftskennzeichnung, um Verbraucher, Handel und Verarbeiter laufend auf die unterschiedlichen Produktionsstandards hinzuweisen. Sorgen machen dem Geschäftsführer der Kärntnermilch auch die jüngsten Zollstreitigkeiten. Bekanntlich drehte nach den USA zuletzt auch China an der Zollschraube. Seit Ende Dezember erhebt Peking vorläufige, sogenannte Antidumpingzölle in Höhe von 21,9 bis 42,7 Prozent auf Milchprodukte aus der EU. Begründet wird die Maßnahme mit angeblichem Preis-Dumping durch die europäische Konkurrenz. Die chinesische Regierung stört sich an den GAP-Subventionen. Dem Vernehmen nach soll es aber eher eine Reaktion auf die von der EU verhängten Zölle auf chinesische E-Autos oder aber eine Schutzmaßnahme der Landwirtschaft Chinas sein.

„Angesichts der aktuell ohnehin sehr schwierigen Marktlage fordere ich von der EU konsequente Verhandlungen und den Ausgleich von Nachteilen. Die europäische Milchwirtschaft darf nicht Spielball und Opfer von Handelsstreitigkeiten werden, die mit Milch nichts zu tun haben“, so Petschar.