„Hoftor Auf“ für Österreichs Bäuerinnen

Die BauernZeitung kann man jetzt auch hören. Ab heute, Donnerstag, kommen alle zwei Wochen Bäuerinnen aus allen neun Bundesländern in einem Podcast zu Wort.

Interview Kronberger mit Eder

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Publizistin und Moderatorin Sabine Kronberger holt Bäuerinnen als Host und Moderatorin für die BauernZeitung vor das Mikrofon. Jede dieser Bäuerinnen soll im Podcast „Hoftor Auf“ ihre ganz eigene und persönliche Geschichte erzählen. Anlass ist das „Jahr der Bäuerinnen“, zu dem die Vereinten Nationen (UN) 2026 erklärt haben. Die Berufsgruppe der Bäuerinnen soll heuer ganz besonders ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Denn wenn auch hierzulande mehr als ein Drittel der Höfe von Frauen geführt wird, sind es „dennoch die Bäuerinnen, die noch viel zu oft im Hintergrund agieren und etwa in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen zu wenig wahrgenommen werden“, sagt Anni Pichler, Geschäftsführerin der BauernZeitung. „Die österreichischen Bäuerinnen sind ein so vielfältiges Reservoir an Gestalterinnen und Entscheiderinnen. Ihre besonderen Geschichten sollen erzählt werden – und zwar von den Akteurinnen selbst“, so Pichler.

Darum ein Bäuerinnen-Podcast

Dass gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Bäuerinnen-Podcast ist, begründet Kronberger nicht nur mit dem Jahr der Bäuerinnen. Sie seien die „versteckten Champions“ unserer Gesellschaft. Sie erfüllen nicht nur einen Job, sondern die Vielfalt verschiedenster Berufe, unter Preisdruck und vor dem Hintergrund familiärer und gesellschaftlicher Erwartungen. Für Kronberger ist das Grund genug, genauer hinzusehen und nachzufragen, wie sie ihr Leben leben. Denn Bäuerinnen seien nicht „nur“ Bäuerin, sondern auch „Mütter, Familienmenschen, Partnerinnen, Unternehmerinnen, Schwerarbeiterinnen, Kulinarik-Expertinnen, Botschafterinnen für heimische Lebensmittel, weiß die Publizistin.

Mit Sabine Kronberger hat die BauernZeitung eine ideale Mitstreiterin für das Projekt gefunden. Viele heimische Bäuerinnen und Bauern kennen sie bereits: von Keynotes wie etwa „Gerne Frau sein, gerne Bäuerin sein“, von Vorträgen und Workshops oder von ihren Kommentaren in der BauernZeitung, in denen sie schon bisher die Bäuerinnen in den Fokus bringt. Als Journalistin war Kronberger auf vielen Höfen zu Gast und durfte hinter viele Hoftore blicken. Gleichzeitig weiß sie, dass die Gesellschaft den engen Kontakt zur Bauernschaft verloren hat. Der Podcast soll genau hier ansetzen: Einblicke gewähren, Vernetzung erlauben und auch Menschen mitnehmen, die sonst keinen Kontakt zur bäuerlichen Welt haben.

Ihre besonderen Geschichten sollen erzählt werden. Und zwar von den Akteurinnen selbst.

Anni Pichler

Lebensrealitäten im Mittelpunkt

Im Podcast wird Sabine Kronberger die Bäuerinnen fragen, wie sie ihren Alltag gestalten, Verantwortung übernehmen und ihren Betrieben eine individuelle Handschrift verleihen. Sie wird sie auch nach ihren Herausforderungen, Wendepunkten und dem fragen, was ihnen Mut macht. „Hoftor Auf" hat nicht zum Ziel, agrarische Komponenten und Zahlen, Daten, Fakten aufzuarbeiten. Vielleicht wird das auch manchmal gestreift. Aber in erster Linie hat der Podcast die Idee, Lebensrealitäten aufzuzeigen, Frauen aus einer speziellen Berufssparte zu Wort kommen zu lassen, Lebensmodelle sichtbar zu machen und vor allem auch Wertschätzung zu zeigen und Mitgefühl aufzubringen für Herausforderungen, für Probleme, für Hürden oder für die Lebensgestaltung von Frauen in der Landwirtschaft“, erzählt Kronberger.

In erster Linie wollen wir Frauen aus einer speziellen Berufsgruppe zu Wort kommen lassen.

Sabine Kronberger

Zuhören, verstehen, inspirieren lassen

Anhören sollen sich diesen Podcast ihren Macherinnen zufolge nicht nur Bäuerinnen und Frauen, sondern unbedingt auch die Bauern und alle, die wissen wollen, was die Frauen auf den Höfen bewegt. „Die Geschichten der Bäuerinnen sollen inspirieren und Mut machen, sie sollen Bewusstsein schaffen für ihre Lebenswelten und sie sollen aber auch zeigen, wo Bäuerinnen an Grenzen stoßen und es für die Zukunft noch Handlungsbedarf gibt“, umreißt Geschäftsführerin Anni Pichler die Ziele des neuen Projekts.

Ein Podcast für Bäuerinnen und Bauern

Federführend umgesetzt wird das Projekt von Katharina Berger, Digitalchefin und Redakteurin der BauernZeitung. Ihr war Berichterstattung über die Themen der Bäuerinnen in ihrer täglichen Arbeit schon immer ein Anliegen. Berger: „Beim Podcast ‚Hoftor Auf‘ steht nicht das Wirtschaftliche im Mittelpunkt, sondern das Menschliche. Es sollen die Lebensrealitäten dieser besonderen Berufsgruppe im Fokus stehen, damit daraus letztlich Wertschätzung und Bewusstsein entsteht.“ Der Podcast „Hoftor Auf“ erscheint heute, Donnerstag, zum ersten Mal. Zu hören ist das Gespräch auf der Website der BauernZeitung und überall, wo es Podcasts gibt. Weitere Folgen erscheinen im Zwei-Wochen-Rhythmus.

Folge 1: Petra Eder aus Niederösterreich öffnet Tür und Tor

Sie stammt aus der Stadt und kam vor fast 20 Jahren auf einen damals noch klassischen Milchviehbetrieb in Niederösterreich. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie in den vergangenen Jahren das Betriebskonzept grundlegend verändert: Statt Kühe zu halten, züchtet Petra Eder heute Pilze im ehemaligen Rinderstall. Wie diese Umstrukturierung gelungen ist, wie sie ihre Pilzprodukte heute vermarktet und wie sie ihren Platz in der Landwirtschaft und am Hof gefunden hat, erzählt Petra Eder in der ersten Folge des Podcasts.

Podcast anhörenHier finden Sie den Podcast zum Anhören.