Fasten Aschermittwoch Ostern

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Fasten öffnet Türen nach Innen

Mit dem heuer auf den 18. Februar fallenden Aschermittwoch beginnt die vierzigtägige Fastenzeit.

Die auf diese Weise gemeinschaftlich vollzogene Enthaltung von Nahrung und Getränken oder auch nur von bestimmten Speisen spielte eine große Rolle und stärkte auch die Gemeinschaft im Glauben, war über Ritus und Liturgie hinaus ein festigendes Band. Buße und innere Heiligung waren in jedem Fall der Zweck von Abstinenzperioden. Seit der Neuregelung des Jahres 1966, was das Fasten in der katholischen Kirche angeht, sind die gebotenen Fastentage nur noch Aschermittwoch und Karfreitag. An diesen Tagen gilt das Fleischverbot. Zum Fasten verpflichtet sind alle Mitglieder der Kirche, die das 18. Lebensjahr vollendet und das 60. noch nicht begonnen haben.

Verzicht und Almosen

Auf eine Kurzformel gebracht spielen in diesen vierzig Tagen Beten, Fasten und Almosen geben, also auch ein persönliches Opfer den Armen zukommen zu lassen, eine große Rolle.

Der Verzicht auf Süßigkeiten, Zigaretten, Alkohol, Fleisch oder in jüngerer Zeit auch auf soziale Medien: Fasten liegt im Trend.

Altes Ritual

Dabei ist der bewusste Verzicht auf Genuss- oder Nahrungsmittel so alt wie die Menschheit selbst. Meist hatte das Fasten religiöse oder medizinische Aspekte; es lässt sich für Naturvölker ebenso nachweisen wie für das alte Ägypten oder das antike Griechenland.

Ob im Islam während des Ramadan, im Judentum an Jom Kippur oder im Christentum während der 40 Tage vor Ostern: In allen großen Weltreligionen spielt das Fasten eine Rolle. Während im Mittelalter die katholische Kirche den Gläubigen bis zu 130 Fastentage im Jahr vorschrieb, so etwa regelmäßig mittwochs und freitags, ist das Fasten heute eine eher persönliche und offener gestaltete Angelegenheit.

Zur Ruhe kommen

Dass es ein Weg zu einem gesunderen Körper und Geist sein kann, erkannte aber auch schon im elften Jahrhundert die heilige Hildegard von Bingen, eine Vorreiterin des Heilfastens. Von ihr stammt das Zitat „Fasten ist wesentlich mehr als nichts essen, es öffnet Türen nach innen“. Sie meinte damit: Zur Ruhe kommen, sich auf sich selbst und das Wesentliche konzentrieren. So soll sich laut der Bibel auch Jesus 40 Tage in die Wüste zurückgezogen und gefastet haben, bevor er begann, öffentlich zu wirken.