Jesus mit Frau

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Passion mit vielen Fragen an die Zuschauer

Feldkirchen bei Graz zählt zu den acht traditionsreichsten Passionsspielorten Österreichs. Heuer in der Fastenzeit wird wieder gespielt.

Jede Passion erzählt dieselbe Geschichte und doch ist sie jedes Mal eine andere. In Feldkirchen bei Graz, einem der acht österreichischen Passionsspielorte, wird die vertraute Erzählung vom Leben und Leiden Jesu nicht einfach nachgespielt, sondern neu gedeutet. Die Abfolge der Ereignisse ist dramaturgisch in zwölf Akte gegliedert, heuer unter dem Titel „Das Größte aber ist die Liebe“. Dazu Präsident Christoph Scharl: „Wir wollen bewusst kein Spektakel inszenieren, sondern den Wendepunkt der Geschichte Gottes und die Vorbereitung auf Ostern erlebbar machen.“

Alle drei Jahre wird die Passion im Pfarrsaal zur Aufführung gebracht. Die 13 Vorstellungen finden ausschließlich in der Fastenzeit statt. Die Premiere ist am 28. Februar. Der höchstens 230 Personen fassende Zuschauerraum lässt durch das Verschmelzen mit der Bühne ein gemeinsames und intensives Empfinden der Passion für Publikum und Spieler zu. Charakteristisch für die Feldkirchner Passion sind die eingebauten Zwischentexte. Sieben Dialoge halten an bestimmten Stellen das Spiel an und tragen aktuelle Themen mitten in das Publikum: Was ist Wahrheit? Was ist Gerechtigkeit? Was bedeutet Liebe wirklich? Auch die Charakter- und Figurenzeichnung ist ein besonderes Merkmal der Feldkirchner Passionsspiele. Sie werden als greifbare menschliche Charaktere dargestellt.

Die Mitwirkung eines Chores mit Live-Gesängen und als Teil der agierenden Menschenmenge, aber auch subtile Toneinspielungen sollen die Atmosphäre der Situation dichter machen. Das gemeinsame Schlusslied wird zum Auferstehungszeugnis für die Spieler und Besucher.

Die Feldkirchner Passionsspiele gibt es seit 53 Jahren. 1973 wagte sich der damalige Pfarrer Josef Gschanes mit einer Gruppe Jugendlicher an dieses Projekt heran. Heute wirken rund 150 Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder mit.

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