Die österreichische Forst- und Holzwirtschaft ist mit 440.000 Beschäftigten und einer Wertschöpfung von rund 43 Mrd. Euro ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Doch die Branche leidet unter Fachkräftemangel. „Die Forstbetriebe finden nicht genügend Menschen, die sich die gefährlichen und schwierigen Tätigkeiten zutrauen“, sagt Mario Hirz, vom Institut für Fahrzeugtechnik der TU Graz. Er leitet gemeinsam mit Christoph Stocker das kürzlich gestartete Projekt „AutoForst“. In den kommenden vier Jahren werden zusammen mit namhaften Partnern technische Lösungen entwickelt, um die Sicherheit bei der Waldarbeit zu erhöhen, den Arbeitskräftemangel abzumildern und die Forstlogistik und Waldpflege effizienter zu gestalten. Das Projektbudget beträgt 6 Millionen Euro, knapp die Hälfte davon steuern die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Bund sowie die Länder Steiermark und Kärnten bei.
Automatisierte Assistenzsysteme
Vollautomatische Maschinen und Assistenzsysteme sollen gefährliche Tätigkeiten, wie das Verladen von Baumstämmen, sicherer machen. In einem Vorläuferprojekt haben Forschende der TU Graz mit Partnern bereits einen prototypischen autonomen Ladekran entwickelt, der Stämme eigenständig auf den Lastwagen hebt; Waldarbeiter*innen müssen das Beladen lediglich außerhalb der Gefahrenzone überwachen. Im laufenden Projekt ist nun die Entwicklung von Sensor- und Kamerasystemen geplant, die kritische Situationen beim Beladen erkennen, etwa wenn sich Personen dem Gefahrenbereich nähern oder die Stützen von Lastwagen und Anhängern nicht korrekt ausgerichtet sind. Die Sensorik wird auch eingesetzt, um die Transportsysteme gesamtheitlich zu automatisieren.
Digitalisierung der Forstlogistik
Das AutoForst-Konsortium will Prozesse und Lösungen erforschen, mit welchen bereits im Wald umfassende Daten erhoben, verarbeitet und online bereitgestellt werden können. „Die Systeme erfassen direkt bei der Ernte der Baumstämme Schlüsselparameter wie Holzsorte, Qualität und Durchmesser und leiten die Daten in Echtzeit an die Eigentümer weiter“, erläutert Mario Hirz. Ergänzend soll es möglich sein, das Holz entlang der gesamten Logistikkette zu tracken, um Abläufe bei Abnehmern wie Sägewerken oder Papierherstellern effizienter zu gestalten.
Mit Drohnen gegen den Borkenkäfer
Auch die nachhaltige Waldpflege soll von digitalen Technologien profitieren. Ein Beispiel dafür sind mit Kameras ausgestattete Drohnen, die kranke Bäume automatisch erkennen. Damit soll schneller reagiert werden können, was etwa bei Borkenkäferbefall ganz entscheidend für den Bekämpfungserfolg ist.
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