Das Paradoxon am Holzmarkt setzt sich weiter fort. Trotz fehlender Impulse in der Baubranche zahlt die Sägeindustrie anhaltend gute Preise für Sägerundholz. Das Leitsortiment Fichte/Tanne (Kl. A, B, C, 2b) erlöste in den vergangenen Wochen im Schnitt 129,19 Euro pro Festmeter, frei Straße. Um gut 2 Euro mehr als im Vormonat und damit ein erneuter Spitzenwert. Selbst Braunbloche (Cx) kratzen an der 100-Euro-Marke, in Oberösterreich, der Steiermark und Tirol liegen sie teils schon darüber.
Kontingentierung und Tauwettersperre
Trotz des Preishochs sprechen die Marktexperten der LK Österreich von einem „differenzierten Nachfrageverhalten“. „Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind unterschiedlich bevorratet“, heißt es. In Niederösterreich, Kärnten und Tirol sei nach wie vor eine rege Nachfrage zu verzeichnen.
Ernte- und Transportkapazitäten seien ausreichend vorhanden, der Abtransport werde einzig von wetterbedingten Sperren beeinflusst. In Tirol zahlen Säger derzeit auch am meisten. Fichtenbloche (A, B, C, 2b) werden für bis zu 136 Euro je Festmeter übernommen. Auch aus Niederösterreich werden Preise bis zu 135 Euro gemeldet. Der Landesschnitt beträgt 127,50 Euro. Anders die Situation in Oberösterreich, wie die Forstfachleute informieren: „Ob hoher Angebotsmengen entstehen vereinzelt Waldlager, jedoch im jahreszeitlich üblichen Ausmaß.“ Ob der Enns stagnieren die Preise entsprechend. Der Durchschnittspreis beträgt dort 130 Euro je Festmeter.
Ähnliches gilt für die Steiermark und Salzburg. Hier kommt es neben Tauwettersperren vereinzelt zu Zufuhrbeschränkungen und Kontingentierungen, vorerst ohne Auswirkungen auf den Preis. „Die Preise sind grundsätzlich stabil“, beruhigen die LK-Analysten. Regional könnten sie jedoch unter Druck geraten. Entsprechend wird momentan „ein noch engerer Kontakt zu den Abnehmern“ empfohlen, die Empfehlung für einen vorab und vollständig ausgefüllten Schlussbrief bleibt naturgemäß aufrecht.
Von der lebhaften Nachfrage weiterhin profitieren kann die Kiefer. Sowohl Weiß- als auch Schwarzkiefer seien weiterhin zu attraktiven Konditionen vermarktbar. Im Sog der Fichtenpreise wird ebenso ein Monatsplus von durchschnittlich 2 Euro verzeichnet. Stattliche 90 Euro je Festmeter (Kl. A, B, C, 2a+) beträgt das aktuelle Bundesmittel. In Niederösterreich werden Kiefernbloche für bis zu 100 Euro abgesetzt. Abzuwarten bleibt, wann Säger mit dem beginnenden Saftstrom das Bläue-Risiko mit einpreisen. Auch der Lärchen-Boom ist im Februar ungebrochen. Sie erlöst stabile Preise von im Schnitt 154 Euro je Festmeter.
Beim Industrieholz stehen die Zeichen auf Erholung. LK-Angaben zufolge sei Nachfrage gegeben. Auch Schleifholz lasse sich wieder vermarkten. „Bereitgestellte Sortimente werden rasch abtransportiert und übernommen“, so die Experten. Auch die Preise seien stabil. Faserholz (Fi/Ta) erlöst im landesweiten Durchschnitt 81,58 Euro pro Atrotonne. Plattenholz-Sortimente konnten in Niederösterreich sogar um 10 Euro je Atrotonne zulegen.
Energieholz gefragt
Die anhaltend tiefen Temperaturen bringen auch beim Energieholz die ersehnte Entspannung. „Die Nachfrage ist mit Ausnahme von Oberösterreich gestiegen“, teilt man mit. Entsprechend sprunghaft haben sich auch die österreichweiten Durchschnittspreise entwickelt. Hackgut hoher Qualität wird für 119,58 Euro je Atrotonne gehandelt. Das entspricht einer Steigerung von 18 Euro. Höchstpreise von bis zu 160 Euro wurden in Niederösterreich dokumentiert. Auch durchschnittliche Hackgutqualität bringt nun wieder höhere Erlöse, der LK-Statistik zufolge im Schnitt 104 Euro pro Atrotonne. Ein Überangebot sei nur mehr bei schlechteren Qualitäten zu beobachten.
Ähnliches gilt für Scheitholz. Auch hier bemerken die Analysten nach „bislang intensiver Heizperiode“ wieder erhöhte Nachfrage. Der Bundesdurchschnitt stieg für Weichholz auf 86 Euro je Raummeter, für Hartholz beträgt er 113 Euro. Das Plus sei einzig den Anstiegen in Niederösterreich geschuldet. Zu beachten sind aber die regional teils großen Preisunterschiede in diesem Marktsegment. So zahlen Kunden im Westen teils mehr als 130 Euro je Raummeter (Hartholz, netto), während im Burgenland der Preiseinstieg bei 90 Euro beginnt.
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